Die kurze Antwort: Was eine Haartransplantation tatsächlich bewirkt
Eine Haartransplantation erzeugt kein neues Haar und lässt dauerhaft verlorenes Haar nicht nachwachsen. Sie verlagert lebende Haarfollikel aus einem Bereich, in dem sie vorhanden sind (Spenderbereich), in einen Bereich, in dem sie fehlen oder ausgedünnt sind (Empfängerbereich). Kliniken beschreiben diese Spenderfollikel als unempfindlich gegenüber dem Hormon DHT, das den erblich bedingten Haarausfall auslöst – deshalb wird erwartet, dass sie auch am neuen Ort weiter Haare bilden.
Was mit einem Follikel während und nach der Transplantation passiert
Bei der FUE wird jede follikuläre Einheit – eine kleine natürliche Gruppe aus meist ein bis vier Haaren – mit einer kleinen runden Hohlnadel aus dem Spenderbereich entnommen. Sie wird in einer Aufbewahrungslösung gelagert, während der Empfängerbereich vorbereitet wird, und dann in einem gewählten Winkel, in gewählter Tiefe und Richtung in einen kleinen Kanal eingesetzt. Kliniken beschreiben häufig, dass die transplantierten Haare in den ersten Wochen ausfallen, während der Follikel unter der Haut bleibt, und dass nach einigen Monaten neues Haar zu wachsen beginnt. Fragen Sie Ihre Klinik, nach welchem Zeitplan sie Nachkontrollen durchführt.
Was mit dem Spenderbereich passiert
Jede Entnahme hinterlässt eine kleine runde Wunde, die mit der Zeit verheilt; Kliniken beschreiben diese Stellen meist als kaum sichtbar, sobald das umliegende Haar nachgewachsen ist – das ist jedoch unterschiedlich, und bei sehr kurzen Haarschnitten können sie sichtbar sein. Der Follikel wird dem Spenderbereich dauerhaft entnommen und wächst dort nicht nach. Deshalb ist der Spendervorrat begrenzt.
Können sich ausdünnende Follikel ohne Operation erholen?
Bei der androgenetischen Alopezie verschwinden Follikel meist nicht plötzlich; sie verkleinern sich schrittweise (Miniaturisierung). Medikamente wie Finasterid und Minoxidil werden eingesetzt, um diesen Prozess zu verlangsamen, und bei manchen Menschen wächst etwas Haar nach – sie haben aber Nebenwirkungen und sind nicht für alle geeignet. Ob in Ihrem Fall eine medikamentöse Behandlung, eine Transplantation oder keines von beidem sinnvoll ist, kann nur eine Ärztin oder ein Arzt nach einer Untersuchung beurteilen.
Die Shedding-Phase
Viele Patientinnen und Patienten sind beunruhigt, wenn die transplantierten Haare in den ersten Wochen ausfallen. Kliniken beschreiben dieses Shedding als normal: Der Haarschaft fällt aus, der Follikel bleibt. Wenn Sie unsicher sind, ob das, was Sie sehen, normal ist, wenden Sie sich an Ihre Klinik.
Was beeinflusst, wie viel Haar Sie danach sehen
- Wie viele Grafts anwachsen: Das hängt unter anderem davon ab, wie sorgfältig die Grafts behandelt werden und wie lange sie außerhalb des Körpers bleiben. Fragen Sie die Klinik, wie sie Grafts behandelt und lagert.
- Anzahl der Grafts: Mehr Grafts können mehr Haar bedeuten, doch Ihr Spendervorrat setzt die Grenze.
- Ihre Haarbeschaffenheit: Kliniken beschreiben dickes oder lockiges Haar meist als deckender pro Graft als feines, glattes Haar.
Diese Faktoren sind ein Grund, warum zwei Menschen mit gleicher Graft-Zahl unterschiedlich aussehende Ergebnisse haben können. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, was in Ihrem Fall zu erwarten ist und was nicht versprochen werden kann.

